Festliches Chorkonzert

Mit dem Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr, bringt die Chorgemeinschaft Liebfrauen ein selten aufgeführtes Oratorium zu Gehör.

Am Samstag, 24. November 2018 um 19:30 Uhr führt die Chorgemeinschaft Liebfrauen Louis Spohrs Oratorium „Die letzten Dinge“ in der Liebfrauenkirche auf. Mitwirkendende sind Eva-Maria Falk (Sopran), Antje von Adingen (Alt), James Park (Tenor), Enno Kinast (Bass) sowie Mitglieder der Neuen Philharmonie Westfalen unter Leitung von Kantor Markus Hrabal.

Der am 5. April 1784 in Braunschweig geborene Louis Spohr war seit 1822 in Kassel als Hofkapellmeister des Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen angestellt, wo er weit über seine dienstlichen Verpflichtungen hinaus tätig wurde. Im Jahre seines Amtsantritts gründete er den Cäcilienverein, mit dem er die großen Werke der Chorliteratur aufführte. Wie zuvor gab er, der bedeutendste Violinvirtuose neben Paganini, Konzerte und unterrichtete eine große Schülerschar. Spohr war bereits zu Lebzeiten eine Berühmtheit und galt ab Mitte der 1840er Jahre als der bedeutendste lebende deutsche Komponist.

Im Gesamtwerk Louis Spohrs nimmt die geistliche Musik einen zahlenmäßig geringen Anteil ein, was nicht verwundern kann, wenn man Spohrs Bedeutung als herausragenden Instrumentalisten in die Betrachtung einbezieht.

Das jetzt in der Liebfrauenkirche zur Aufführung kommende Oratorium entstand in den Jahren 1825 bis 1826. Das Libretto stammt von Friedrich Rochlitz, den Spohr 1804 in Leipzig kennengelernt hatte.

Mit „Die letzten Dinge“, dem zweiten von seinen vier Oratorien, steht Spohr in einer Linie zwischen Händel, Haydn und Mendelssohn. In gelungener Verbindung von dramatischen und lyrischen Momenten entfaltet er sowohl die bedrohlichen als auch die versöhnlichen Seiten der Apokalypse. Geschickt verlagert das Textbuch von Friedrich Rochlitz dabei die dramatische Zuspitzung in den Anfang des zweiten Teils.

Zugrunde liegen die theologisch bedeutsamsten Teile der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes, dessen Todes- und Ewigkeitsvisionen Spohr in eindringlicher Weise zu musikalischer Geltung bringt. Das Werk stellt eine wichtige Bereicherung der oratorischen Literatur insbesondere zum Ende des Kirchenjahres dar; es besticht durch meisterhafte Instrumentationstechnik, überlegen eingesetzte Chromatik, groß angelegte Solo-Rezitative und eingängige Chorpartien voller inniger Empfindsamkeit einerseits und aufwühlender Dramatik andererseits.

Die Uraufführung „der Letzten Dinge“ erfolgte am Karfreitag (24. März 1826) in der Kasseler Lutherischen Kirche. Über 200 Mitwirkende waren beteiligt. Dass die Aufführung ein großer Erfolg wurde, lag vor allem an der Qualität der Musik.

Karten gibt es zum Preis von 15 € (ermäßigt 10 €) im Pfarrbüro Liebfrauen, bei den Chormitgliedern und an der Abendkasse.

Das Konzert ist eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturarbeit der Stadt Recklinghausen.

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